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Wer den Preis zahlt

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Die Folgen der Ökomafia einmal ganz konkret: Eine neue Untersuchung des Flusses Oliva im kalabrischen Amantea hat ergeben, dass nicht 100 000 Kubikmeter unter(!) dem Fluss vergraben worden sind (wie ich in meinem Buch "Die Müllmafia" berichte, dem damaligen Kenntnisstand entsprechend), sondern 140 000. Zuerst wurde der vorhandene Untergrund ausgegraben, dann die Löcher mit Giftmüll aufgefüllt. Natürlich will keiner etwas gesehen haben. Heute ist das Grundwasser mit Arsen, Eisen, Mangan und anderen giftigen Stoffen verseucht und für nichts mehr zu gebrauchen: nicht als Trinkwasser, nicht zum Bewässern der Felder und auch nicht für die Tierhaltung, wie ein Bericht des italienischen Umweltministeriums jetzt zeigt. Für die Sanierung des Gebiets fallen wohl Kosten von mindestens 21 Millionen Euro an.

Fazit: Kriminelle Organisationen in Verbindung mit kriminellen Unternehmern machen immense Profite, die Gemeinheit zahlt den Preis. Und damit sind nicht nur die 21 Millionen Sanierungskosten gemeint, sondern auch die unzähligen Kranken und Toten unter den Bewohnern der Gegend. Gäbe es nicht Menschen wie Gianfranco Posa, der im Zentrum des ersten Teils von "Die Müllmafia" steht, und sein Komitee Natale De Grazia, wäre das bis heute niemandem bekannt.

 

Ein Ganove hinter jedem Busch

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Ich habe in den vergangenen Tagen viel mit Freunden über meinen Beruf gesprochen. Oft ging es dabei auch um ein Thema, über das ich häufiger berichte, nämlich die italienische Organisierte Kriminalität. Es ist nicht so, dass ich mir das Thema gesucht hätte; als ich mich damals im Frühjahr 2009 mit einem verseuchten Industrieareal im Süden von Rom entlang des Flusses Sacco beschäftigt habe, hätte ich maximal ahnen können, in welche Richtung mich diese Recherche bringen würde. Aber es war beim besten Willen nicht vorauszusehen, dass daraus ein Buch wird und die Mafia zu einem immer wiederkehrenden Thema meiner Arbeit.

 

In den Wind geschrieben

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Morgen erscheint im Stern eine Geschichte von mir über die HSH Nordbank, die einen Windpark im Süden Italiens finanziert hat. Heute ist bereits eine Vorab-Meldung online gegangen. Dieser Windpark ist von der Antimafia-Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden; die Ermittler glauben, es handele sich dabei um ein Geldwäsche-Projekt des Arena-Clans aus Isola di Capo Rizzuto, einem kleinen kalabrischen Städtchen. Wird die Beschlagnahme letztinstanzlich, drohen der HSH Nordbank möglicherweise Verluste in Millionenhöhe.

Die HSH Nordbank war zuletzt häufig in den Schlagzeilen. Manager, die sich nichts hatten zuschulden kommen lassen, waren mit übelsten Methoden vor die Tür gesetzt worden. Das Betriebsklima hatte sich der Eiseskälte angenähert, Leitungskräfte fürchteten - wohl nicht zu Unrecht - bespitzelt und belauscht zu werden. Dazu geriet die Bank tief ins Minus. Nur eine milliardenschwere Finanzspritze rettete sie vor dem Bankrott. Und jüngst in diesen Tagen vermeldete sie erneute Verluste.

Und jetzt auch noch ein Mafia-Skandal?

 

Wann kommt die Wahrheit ans Licht?

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Der Totenschein von Natale De Grazia

 

"Herzstillstand" vermerkt der Totenschein von Natale De Grazia als Todesursache - doch schon damals bezweifelten Freunde und Kollegen von ihm diesen Befund. Denn Natale De Grazia war kerngesund, erst vor Kurzem von einem Amtsarzt untersucht worden. Er konnte mit Druck umgehen, lebte gesund und hatte in seiner Familie einen starken Rückhalt; seine Frau Anna unterstützte ihn in seiner Entscheidung, die schwierigen Ermittlungen zur illegalen Entsorgung hochgiftiger Abfälle im Mittelmeer zu übernehmen.

Natale De Grazia opferte jede freie Minute seinen Recherchen, drang tiefer und tiefer in das Dickicht ein, fand Hintermänner und Verflechtungen heraus. Am 11. Dezember 1995 sollte Natale De Grazia eine letzte Dienstreise antreten, um dann seinen Abschlussbericht zu schreiben.

 

Kämpfer

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Ich hatte in den vergangenen Monaten häufiger mit Staatsanwälten und Ermittlern in Italien zu tun, weil ich eine Reihe von Themen recherchiert habe, einige von Ihnen hatten, wie könnte es anders sein, mit der Mafia zu tun. Über diese Geschichten möchte ich im Moment noch nichts verraten, denn meine Texte sind noch nicht erschienen. Was mir dabei aufgefallen ist: Die Bereitschaft italienischer Staatsanwälte und Polizisten, mit Journalisten zusammenzuarbeiten, ist viel stärker ausgeprägt als in Deutschland.

 


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