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Willkommen auf der Seite von Sandro Mattioli

Eingebettet

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Irgendwann diese Woche wird es losgehen. Auf der Faktenebene ist klar, was passieren wird, Sprecher der Deutschen Bahn haben es bereits bestätigt: Der Bereich um den Südflügel des Stuttgarter Bahnhofs wird abgesperrt werden, dann wird das Gebäude entkernt, was wohl ein paar Tage dauern wird. Und wenn dann nur noch die äußere Hülle steht, rücken die bisswütigen Bagger an und verbeißen sich in dem Gebäude, wieder und wieder, bis nichts mehr von ihm übrig ist. Dann werden die Trümmer abtransportiert, und zu allem wird fleißig Wasser auf die Abbaustelle gespritzt, um den Staub im Zaum zu halten. So weit, so klar. Doch es gibt noch eine weitere Komponente, die man nicht planen kann: den Menschen. Die Parkschützer, die Bürger, die an ihrem Bahnhof hängen, vielleicht auch ein paar Krawallbereite, auch Schaulustige.

Die Stuttgarter Polizei hat schon angekündigt, dass sie defensiv vorgehen will. Nach allem, was bisher aus informierten Kreisen zu vernehmen war, ist es ihr ernst mit dieser Linie. Das ist auch gut so. Für mich wird dieser Polizeieinsatz aus noch einem anderen Grund spannend: Ich werde ihn als eingebetteter Journalist verfolgen. Ich hatte zuvor eigentlich etwas Vergleichbares geplant. Ich wollte mich Polizisten gegenüber so daneben benehmen, dass ich mir einen der Haftcontainer im Hof der Polizeiwache auf dem Cannstatter Wasen von innen hätte ansehen können. Das ist auch gar nicht so schwer, man muss nur renitent genug sein und Platzverweise missachten. Es hätte mich gereizt, undercover aus dem Container zu berichten. Wie ist dort die Stimmung? Welche Leute landen dort? Wie gehen die Ordnungskräfte mit den Kurzzeitknackis um? Ich hätte auch das zwangsläufig fällige Strafverfahren dafür in Kauf genommen. Nur habe ich nicht bedacht, dass ich dann wohl auch eine Absage meines Amerika-Urlaubs in Kauf hätte nehmen müssen. Denn ob man ein Visum erhält, wenn gerade ein Strafverfahren gegen einen läuft, ist, sagen wir mal, zumindest strittig.

Jetzt gehöre ich zu einer Handvoll Journalisten, die eingebettet worden sind. In welches Bett, wissen wir allerdings selber noch nicht so genau. Es gab heute eine Besprechung im Stuttgarter Polizeipräsidium; uns wurde einiges über die neue Strategie der Polizei mitgeteilt, wir lernten die verantwortlichen Polizisten kennen, uns wurde das Großraumbüro gezeigt, in dem die Fäden bei dem Einsatz zusammenlaufen werden. Was uns aber erwarten wird, wenn der Einsatz beginnt, ist nicht so ganz klar geworden. Nur soviel: Wir werden wohl auch Einblick bekommen, was in den Schaltzentren passiert.

Die Kontext:Wochenzeitung, das Medium, für das ich arbeite, hat zuvor schon in einem Artikel die Planungen der Polizei für den polizeiintern so genannten D-Day bekannt gemacht. Wir berichteten, dass die Polizei den Schlossgarten und das Areal um den Südflügel in einem Aufwasch absperren möchte, damit die rechtmäßigen Bauarbeiten dann beginnen können. Nur hatte ihr die Bahn leider nicht mitgeteilt, dass die Bauarbeiten im Schlossgarten nicht rechtmäßig sein werden. Wegen des Juchtenkäfers, einem kleinen Tierchen, das in den Bäumen des Parks vor sich hinwohnt und aber so selten ist, dass seine Wohnstätte nicht einfach wegen eines popeligen Bahnhofs dem Erdboden gleichgemacht werden darf.

Jetzt wird der Schloßgarten also nicht angetastet, und sofern die Bahn nicht bis Ende März den Schutz des Juchtenkäfers garantieren kann, beginnt erstmal die Vegetationsperiode, was einen Baum von ein paar Jahrzehnten wenig kratzt, wohl aber die Bahn, weil sie dann erst ab Oktober wieder abholzen darf. Wenn die Bahn aber, sagen wir mal, in ein paar Wochen damit beginnen darf, die Bäume zu fällen, könnte sich Geschichte wiederholen: dann nämlich, wenn die Polizei binnen kürzester Zeit einen Einsatz schultern müsste, ohne sich entsprechend vorbereiten zu können. Genau das passierte nämlich an jenem berühmten 30. September 2010. Und sicher werden die Bürger nicht weniger emotional sein als damals, wenn sie wieder zusehen müssen, wie wunderschöne, über viele Jahrzehnte stolz gewachsene Bäume zu hässlichen Schnipseln geraspelt werden, und das nur, um einem Bahnhof Platz zu machen, der keine verkehrlichen Vorteile im Vergleich zum heute bestehenden Kopfbahnhof bringt.

 

Auf geht's zur Buchmesse

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Heute, am Mittwoch, 12. Oktober, werde ich auf die Buchmesse fahren. Ich werde von einer Journalistin des Hessischen Rundfunks rund 20 Minuten interviewt werden, ich werde am Stand des Herbig-Verlags (Halle 3.0, Stand D124) ein paar Bücher verschenken und ich werde von einer dpa-Fotografin fotografiert werden. Vor allem aber werde ich nervös sein - das erste Mal als Autor auf der Buchmesse...

 

An der Grenze

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Darf man das? Das war mein erster Gedanke, als ich die Aufmachung des L'Espresso sah. Darf man mit einem Bild, das einen toten Menschen so zeigt, Leser zum Lesen animieren? Darf man diesen Text mit "Warum die Migranten sterben" betiteln und dann direkt auf Silvio Berlusconi zu sprechen kommen? Es ist in mehrfacher Hinsicht ein drastisches Stück, was Fabrizio Gatti geschrieben hat.

 

Die Müll-Mafia

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Lange war auf dieser Homepage nichts Aktuelles mehr zu lesen. Das hat seine Gründe, und einen davon kann man ab dem 10. September in den Buchhandlungen kaufen. Mein Buch "Die Müll-Mafia" erscheint dann, verlegt vom Herbig-Verlag in München.

Drei Jahre Recherche enden damit, und ich hätte nicht gedacht, dass mich das Projekt noch so fordern würde.

 

Die Online-Katastrophe

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Ein Screenshot des Spiegel-Artikels

Herrlich! Da schreibt ein Spiegel-Autor mal wieder Print tot - und was passiert? Im Leserforum, wohl gemerkt im online-Leserforum, erntet er dafür jede Menge Widerspruch! Vielleicht merkt man jetzt ja auch beim Spiegel, dass die Print-Todeskämpfer  langsam einfach langweilig werden.

"Was haben Zeitungen also noch zu melden?", fragt Frank Patalong, der Autor des Artikels.

 


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